Software On Demand als Dienstleistung
Dienstag, 19. Februar 2008 | Autor: Damian Gawenda
Software as a Service, kurz SaaS ist ein Software-Distributions-Modell, welche Software als Dienstleistung basierend auf Internettechnologien bereitstellt, betreut und betreibt – praktisch On Demand. SaaS wird oft auch als Mietsoftware bezeichnet, wobei alle anfallenden Kosten in Form einer fixen monatlichen Rate geleistet werden. Dadurch fallen für den Kunden keine Kosten für Hardware, Software, Betrieb oder Wartung an. Der Vorteil liegt auf der Hand – der Kunde als Nutzer kann die Kosten besser kalkulieren und bleibt vor unschönen Ã?berraschungen, wie z.B. Hardwareausfällen verschont. Gleichzeitig wird der Einstieg erleichtert und der Nutzer kümmert sich lediglich um seine Geschäfte, der Dienstleister um die Technik – ähnlich wie beim Outsourcing. Durch diese Flexibilität werden Kosten und Zeit eingespart.
Doch wie sieht der Markt an On-Demand-Lösungen aus? Damit beschäftigt sich dieser Beitrag..
Die Analysten von Gartner schätzen den Anteil der Mietsoftware bei Unternehmenslösungen zum Jahr 2011 auf etwa ein Viertel des weltweiten Gesamtumsatzes. Mietsoftware ist zwar vom Funktionsumfang her längst erwachsen geworden, doch ihre Verbreitung fällt nach Branchen und Ländern noch unterschiedlich aus: â??Beim Kundenmanagement werden heute bereits acht Prozent der Umsätze auf On-Demand-Lösungen erzielt, der Gesamtbereich unternehmensweite Standardsoftware hinkt jedoch mit vier Prozent noch hinterherâ??, erklärt Gartner-Analyst Robert DeSisto. â??Ich gehe aber davon aus, dass sich die bisher auf Teilbranchen spezialisierten Provider künftig verstärkt als Komplettanbieter positionieren.â?? Als Akzeptanzhemmnis hat der Analyst die Abstimmung zwischen den Abteilungen identifiziert: Bislang seien die meisten Mietapplikationen auf Betreiben der Fachabteilungen installiert worden. Künftig müssten die Unternehmen die IT-Abteilungen stärker einbinden, um eine Konstanz in der Architekturplanung sicher zu stellen.
Im internationalen Vergleich liegen die experimentierfreudigen Amerikaner weiter vorne, während die Europäer eher zögern. Lindsey Armstrong, Europa-Chefin von Salesforce, will das mit einer Informationskampagne ändern: â??Viele Unternehmen denken bei Mietsoftware noch immer an die stark eingeschränkten Angebote der ersten Stunde.â?? Behindert fühlt sich Armstrong von etablierten Softwareherstellern wie SAP, die On-Demand zwar als Möglichkeit für einen schnellen Einstieg anbieten, bei komplexeren Implementierungen jedoch nachdrücklich zur Inhouse-Version raten. Salesforce hingegen will seine Appexchange-Plattform künftig zu einem Forum ausbauen, auf dem Softwareanbieter aller Art ihre On- Demand-Angebote miteinander integrieren.
Der Einstieg von SAP in den On-Demand-Bereich mit Business Bydesign wirft ein Schlaglicht auf den Markt für gehostete Standardsoftware. Dort entwickelt sich der Pinoier Salesforce mittlerweile zu eine Art Business-Anwendung von Web 2.0. Während immer noch viele Analysten, IT-Chefs und Business-Process-Manager angestrengt darüber nachdenken, wie man den neuen Top-Trend von Cummunity-Seiten für ein tragfähiges Businessmodell nutzen kann, hat der webbasierte On-Demand Anbieter Salesforce diesen Trend praktisch vorweggenommen.
Folglich wächst Salesforce überproportional, und auch in Europa geht es nach Meinung der Europa-Chefin Lindsey Armstrong steil nach oben. Vor allem in den aufstrebenden Ländern in Osteuropa sei eine Onlinelösung sehr beliebt. Insgesamt gab es in Europa im letzten Jahr ein Wachstum von 62 Prozent und inzwischen gibt es in dieser Region 5000 Kunden, der weitaus gröÃ?te Teil davon nutzt Salesforcesâ?? Kernanwendung CRM. Weltweit beträgt dieser Anteil noch immer 90 Prozent. â??Mit unserem CRM ersetzen wir immer bestehende Lösungen, und dabei handelt es um alle groÃ?en Anbieterâ??, sagt Al Falcione, Marketing-Chef für den CRM-Bereich bei Salesforce.
Acht Jahre nach der Gründung von Salesforce in einem Apartment in San Francisco kann deren heutiger Chef Benioff ein stolzes Mengengerüst vorweisen: 1 Mio Abonnenten, 100 Millionen Transaktionen pro Tag mit einer durchschnittlichen Responsezeit von 0,22 Sekunden, 6,2 Millionen individuelle Anpassungen, 44 000 Kunden-Anwendungen, 18,7 Milliarden API-Aufrufe und 5,5 Millionen Kunden-Reports.
Quellen: CZ – IT-Konradin-Verlag, salesforce.com



