Wissensmanagement als Eclipse Plugin
Donnerstag, 22. November 2007 | Autor: Damian Gawenda
Das Standardisierungsgremium OASIS, welches schon UML standardisiert hat, hat Mitte dieses Jahres die finale Version der WS-BPEL 2.0 (Web Service Business Process Execution Language) veröffentlicht. Damit stellt der Anwender Geschäftsprozesse über ihren gesamten Lebenszyklus dar. Schwächen zeigt die Notation, wenn es um das Modellieren sogenannter wissensintensiver Geschäftsprozesse geht â?? also solcher, die über rein technische, automatisierbare Abläufe hinausgehen und zwingend den Menschen mit seinen Fähigkeiten, seiner Erfahrung und seiner Ausbildung einschlieÃ?en. Wissensintensive Geschäftsprozesse zeichnen sich aus durch viele Beteiligte, eine groÃ?e Informations- und Medienvielfalt, Entscheidungsautonomie sowie eine unbestimmte Abfolge der Aufgaben. Die Modellierungs- und Analysemethode Knowledge Modeling and Description Language (KMDL) des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam arbeitet hier mit Methoden aus Business-Intelligence-Werkzeugen.
Die konzeptionelle Grundlage von KMDL bilden vier Formen der Wissenskonversion:
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Internalisierung ist das Umwandeln von Informationen in ungeschriebenes Wissen.
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Externalisierung transformiert ungeschriebenes Wissen in Information
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Sozialisierung beschreibt die Weitergabe von Wissen zwischen Personen durch beispielsweise Kommunikation, Abschauen und Ã?bernehmen
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Kombination schliesslich führt alles zusammen. Aus den gesammelten Erfahrungen lassen sich dann neue Erkenntnisse gewinnen

Das Projektteam an der Uni Potsdam entwickelte hierzu ein Werkzeug, den K-Modeler. Er basiert auf den Eclipse Kernkomponenten, dem Graphical Modeling Framework (GMF) und der Business Intelligence and Reporting Tools (BIRT). Den K-Modeler kann man in einem beliebigen Ordner extrahieren und dann einfach starten. Da er das leichtgewichtige Java-Datenbankmanagementsystem Hypersonic SQL für die Persistenzverwaltung verwendet, gibt es keine besonderen Systemvoraussetzungen. KMDL und der K-Modeler sollen dem Anwender nicht nur beim Modellieren helfen, sondern auch bei der Analyse und Auswertung derselben. Die Editorkomponente bietet dem Benutzer eine Oberfläche zum Anlegen und Arbeiten mit den Prozessen. Die Kommunikation erfolgt durch Wizards und Dialoge, die den Benutzer bei der Analyse und Auswertung unterstützen sollen. Beispielsweise steht ein Report-Generator zur Verfügung, mit dem sich Prozessmodelle nach verschiedenen Kriterien auswerten und individuell definierbare Berichte im HTML- oder XML-Format erstellen lassen. Der Competence Report etwa ermittelt, welche Wissensobjekte (Ausbildung, Kenntnisse usw.) in den ausgewählten Prozessen vorhanden sind. Auf diese Weise kann sich der Anwender einen �berblick über das im Prozess erforderliche Wissen verschaffen. Der Task Coverage Report stellt dar, inwieweit die beteiligten Personen in der Lage sind, die Aufgaben zu erfüllen. Er identifiziert Personen, die an Weiterbildungsma�nahmen teilnehmen sollten, um Spezialkenntnisse zu einem bestimmten Thema zu erlangen. Der Externalization Report gibt an, wann und wo eine Weitergabe von Wissen innerhalb des Prozesses stattgefunden hat. Diese Auswertung bildet die Grundlage für Folgeanalysen. Man könnte beispielsweise untersuchen, wer das erzeugte Wissen im betrachteten Prozess wie verwendet. Prozessmuster versetzen den Benutzer in die Lage, die Modelle mit Standardverfahren zu untersuchen, beispielsweise um Flaschenhälse und andere Performancebremsen aufzudecken. Geplant ist eine Transformations-Engine für die Konvertierung von BPEL zu KMDL und eine Simulationskomponente für Geschäftsprozesse.
Quellen und Download: kmdl.de, gforge.wi.uni-potsdam.de/projects/kmodeler, Heise Verlag iX 12/2007


Danke.
Schulungsunterlagen zum K-Modeler als PDF unter http://wi.uni-potsdam.de/hp.nsf/GetDownload?OpenAgent&ID=821C8758B36B654CC1257145004F6F70&FILE=K-ModelerSchulung.pdf